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Frau Prof. Dr. Anina Cristina Hille zum Thema "Demografischer Wandel"

Der demografische Wandel stellt längst nicht mehr nur die Schweiz, sondern nahezu alle industrialisierten Volkswirtschaften vor tiefgreifende Herausforderungen. Während die Lebenserwartung weltweit steigt und gleichzeitig die Geburtenraten in vielen Ländern sinken, verändert sich die Altersstruktur der Gesellschaften grundlegend.

Am Freitag, 27. März 2026, durfte unsere Präsidentin, Claudia Häfliger, 44 Teilnehmende, darunter zwei Gäste, zum IFU-Lunch im Grand Casino Luzern begrüssen. Im Mittelpunkt stand das spannende Referat von Frau Prof. Dr. Anina Cristina Hille vom Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) der Hochschule Luzern zum hochaktuellen Thema «Demografischer Wandel».

Gemäss den Vereinten Nationen wird sich die Zahl der Menschen über 65 Jahre bis 2050 weltweit mehr als verdoppeln. Besonders betroffen sind Europa, Nordamerika sowie grosse Teile Asiens, wo die Erwerbsbevölkerung in den kommenden Jahrzehnten teilweise deutlich schrumpfen wird.

Diese Entwicklung hat weitreichende Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft: Unternehmen kämpfen zunehmend um qualifizierte Fachkräfte, Produktionskapazitäten geraten unter Druck und das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich vielerorts. Gleichzeitig steigen die Belastungen für Sozialversicherungen, Gesundheitswesen und staatliche Haushalte. Der internationale Wettbewerb um Talente verschärft sich zusätzlich, da immer mehr Länder auf Zuwanderung und Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen sind.

Vor diesem Hintergrund zeigte Frau Prof. Dr. Anina Cristina Hille in ihrem fundierten und praxisnahen Referat die Auswirkungen dieser Entwicklungen auf die Schweiz auf. Besonders hervorgehoben wurde das Ende der sogenannten demografischen Dividende: Die geburtenstarken Babyboomer-Generationen treten zunehmend in den Ruhestand, während deutlich kleinere Jahrgänge in den Arbeitsmarkt nachrücken.

Die Referentin erläuterte eindrücklich die Folgen dieser Entwicklung für Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Sozialversicherungen. Trotz einer weiterhin positiven Bevölkerungsentwicklung durch Zuwanderung werde es zunehmend schwieriger, den Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften zu decken. Verschiedene Studien prognostizieren bereits heute einen erheblichen Fachkräftemangel in der Schweiz.

Ein weiterer Schwerpunkt des Referats lag auf den Herausforderungen für die Altersvorsorge. Frau Prof. Hille zeigte auf, dass sich das Verhältnis zwischen Erwerbstätigen und Rentnerinnen und Rentnern in den kommenden Jahrzehnten markant verändern wird und dadurch insbesondere die Finanzierung der AHV unter Druck gerät. Neben der Analyse der aktuellen Entwicklungen präsentierte die Referentin auch mögliche Lösungsansätze. Diskutiert wurden unter anderem die stärkere Integration älterer Arbeitnehmender in den Arbeitsmarkt, die Förderung von Innovation und Produktivität sowie Anpassungen der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Die Teilnehmenden verfolgten die Ausführungen mit grossem Interesse. Das Referat bot wertvolle Denkanstösse und führte zu angeregten Gesprächen beim anschliessenden Lunch im Restaurant Olivo.

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